Refraktiver Linsentausch Frankfurt
Doktora Parviz Rafiezadeh
Facharzt für Augenheilkunde · Augenchirurg · FEBO FEBO = Fellow of the European Board of Ophthalmology – europaweit anerkannte Zusatzqualifikation. -Qualifikation
16+ Jahre Erfahrung | 11.000+ Operationen
RLE ist ein Verfahren, bei dem die natürliche Augenlinse durch eine künstliche Intraokularlinse oder IOL ersetzt wird. Die bei der RLE-Operation verwendete IOL kann eine monofokale Linse sein, die entweder Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit korrigiert, aber nicht beide; eine multifokale Linse, die sowohl Kurzsichtigkeit als auch Weitsichtigkeit korrigiert; oder eine torische Linse, die Astigmatismus korrigiert.
Auch wenn der Austausch der körpereigenen Linse gegen eine Kunstlinse für viele Menschen zunächst befremdlich klingt, handelt es sich um ein sehr sicheres und standardisiertes Verfahren mit sehr kurzer OP-Dauer.
Arten von Linsen
Für die Behandlung von Fehlsichtigkeit und bei der Katarakt-Operation stehen verschiedene Kunstlinsen mit unterschiedlichen Eigenschaften zur Verfügung.
Monofokallinsen
Beim Einsatz der sogenannten Einstärken-Linsen wird entweder Weitsichtigkeit ODER Kurzsichtigkeit korrigiert, so dass in einer bestimmten, vorher eingestellten Entfernung wieder scharf gesehen werden kann. Monofokallinsen sind sehr gut verträglich und verfügen in der Regel auch über UV-, Blau- oder Violettlichtfilter.
Asphärische Monofokallinsen werden überwiegend zur Behandlung des Grauen Stars eingesetzt. Sie haben gegenüber sphärischen Linsen den Vorteil, dass sie auch hohen Anforderungen an das Kontrast-, Dämmerungs- und Nachtsehen genügen.
Torische Linsen
Mit torischen Linsen kann neben Kurz- und Weitsichtigkeit auch eine Hornhautverkrümmung korrigiert werden.
Multifokallinsen
Multifokallinsen wurden entwickelt, um verschiedene Arten von Sehstörungen zu korrigieren und im Idealfall ein Leben ohne Kontaktlinsen oder Brillen zu ermöglichen. Innerhalb dieser Linsenkategorie gibt es verschiedene Modelle mit jeweils eigenen Merkmalen, die je nach den individuellen Bedürfnissen der Patienten ausgewählt werden.
Die so genannten EDOF-Linsen (enhanced depth of focus) gehören zu der neuesten Generation von Multifokallinsen und weisen eine erweiterte Tiefenschärfe auf. Störeffekte wie Lichterscheinungen, die von anderen Linsen bekannt sind, treten hier kaum noch auf.
Kurzinformationen zum Linsenaustausch
| Fehlsichtigkeit: | Kurzsichtigkeit, Hornhautverkrümmung, Weitsichtigkeit, Linsentrübung (Grauer Star) |
| OP-Dauer: | Bis 15 Minuten pro Auge |
| Narkose: | Augentropfen, (Dämmerschlaf) |
| Aufenthalt: | ambulant |
| Arbeits- / Gesellschaftsfähigkeit: | Ab 2 Tage: Duschen, Auto fahren Ab 1 Woche: Lesen, Bildschirmarbeit Ab 3-4 Wochen: Schminken, Sonnenbank, Sauna, Schwimmbad |
Linsenaustausch bei Grauem Star
Der Austausch der natürlichen Linse gegen eine moderne Kunstlinse gleicht der Grauer Star Operation. Während die körpereigene Linse bei Fehlsichtigkeit in der Regel noch klar (aber dysfunktional) ist, weist sie bei einem Katarakt eine mehr oder weniger deutliche Trübung auf.
Linsenaustausch bei Altersweitsichtigkeit
Multifokale Linsen sind eine äußerst sinnvolle Wahl für Menschen mit Altersweitsichtigkeit (Presbyopie). Es stehen Bifokal- und Trifokallinsen zur Verfügung, mit denen Fern- und Nahsicht korrigiert werden können, sodass keine Brille mehr erforderlich ist.
Torische Linsen sind in der Lage, die Hornhautkrümmung zu korrigieren. Diese Linsen sind sowohl als Monofokal- als auch als Multifokallinsen erhältlich.
Weitere Informationen zum Linsenaustausch bei Altersweitsichtigkeit
Wie läuft ein refraktiver Linsenaustausch ab?
Bei einem Linsenaustausch wird die natürliche Linse entfernt und an ihrer Stelle eine Kunstlinse eingesetzt.
Vor einem refraktiven Linsenaustausch ist eine gründliche Voruntersuchung und Vermessung des Auges notwendig, um die Linse exakt berechnen zu können. Dazu gehören u.a.:
- Untersuchung auf Vorerkrankungen
- Bestimmung der Sehschärfe
- Augeninnendruckmessung
- Beurteilung der Hornhautbeschaffenheit
- Vermessung der Pupillenweite
Nach einer gründlichen Desinfektion des Auges und einer örtlichen Betäubung muss der operierende Augenarzt zunächst die alte, körpereigene Linse entfernen. Hierfür wird die Linse mit einem Laser oder Ultraschall zerkleinert oder verflüssigt und anschließend über einen winzigen Schnitt (weniger als 2 mm) am Rand der Hornhaut abgesaugt. Nun kann die Ersatzlinse in den Kapselsack, die natürliche Hülle der alten Linse, eingeführt werden. Um sie durch den winzigen Schnitt in ihre endgültige Position zu bringen, faltet der Augenarzt die Linse und stellt sicher, dass sie sich im Kapselsack von selbst wieder entfaltet.
Der Eingriff dauert pro Auge weniger als 15 Minuten und der Schnitt muss nicht genäht werden.
Was ist nach dem Linsenaustausch zu beachten?
Direkt nach der Operation bleiben Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit noch für eine kurze Weile in unserer Praxis, bevor wir Sie in Begleitung nach Hause entlassen.
Am Tag nach dem Eingriff erfolgt eine Kontrolle des operierten Auges.
Für ein optimales Ergebnis des Linsenaustauschs sollten Sie in den folgenden Tagen unsere Ratschläge befolgen.
- Vermeiden Sie schwere körperliche Anstrengungen
- Reiben Sie das Auge nicht
- Schonen Sie das Auge, indem Sie möglichst wenig lesen
- Kommen Sie zu den Nachuntersuchungen
- Besuchen Sie bitte keine Schwimmbäder, Saunen oder Solarien
- Verzichten Sie auf Schminke und Wimperntusche
Sportliche Betätigungen sind, je nach Art und Umfang, 1-6 Wochen nach dem Eingriff wieder möglich. Wir geben Ihnen einen Patientenleitfaden mit, damit sie genau wissen, welche Tätigkeiten die Heilung beeinflussen können.
Schon in den ersten Tagen nach der Operation werden Sie eine wesentliche Verbesserung Ihres Sehvermögens bemerken.
Die Erholungszeit ist zwar relativ kurz, aber es dauert eine Weile, bis man sich ganz an die Linsen gewöhnt hat. Da die Linsen eine andere Fokussierungskraft haben als die, die die meisten Menschen gewohnt sind, braucht das Gehirn eine gewisse Zeit, um sich an die neue Fokussierungsmethode zu gewöhnen.
Mögliche Komplikationen
Für viele Menschen ist der Linsenaustausch eine gute Wahl. Es ist jedoch wichtig, die Risiken und Vorteile abzuwägen, bevor man sich der Operation unterzieht. Glücklicherweise ist die Kataraktoperation im Allgemeinen ein sicheres und wirksames Verfahren. Ob die Sehveränderung auf einen Grauen Star zurückzuführen ist, lässt sich nur durch eine vollständige Augenuntersuchung feststellen. Die folgenden Komplikationen können in seltenen Fällen auftreten:
- Kapseltrübung – die Rückseite der Linsenkapsel wird trübe
- Augenentzündung
- Lichtblitze im Auge
- Hängendes Augenlid
- IOL-Verschiebung
- Lichtempfindlichkeit
- Makula-Ödem
- Erhöhter Augendruck